Nachlese zum 3. Stadtgespräch „Neubebauung Milupa-Areal“

Drei Vorträge, fünf Stationen und über 250 interessierte Bürgerinnen und Bürger in drei Stunden – so lässt sich das 3. Stadtgespräch der Stadt Friedrichsdorf kurz zusammenfassen. „Wir konnten in dieser konzentrierten und informativen Veranstaltung alle wesentlichen Fakten zur Neubebauung des Milupa-Areals den Friedrichsdorfern vermitteln“, so Bürgermeister Horst Burghardt. „Das 3. Stadtgespräch war ein voller Erfolg.“

 

Den Auftakt der Veranstaltung am 24. Februar 2011 im Forum Friedrichsdorf bildete die Begrüßung des Bürgermeisters Horst Burghardt.

In seinem Vortrag unter dem Titel „Einkaufen, Wohnen und Leben auf dem Milupa-Areal – zukunftsweisende Stadtentwicklung in der Friedrichsdorfer Innenstadt“ gab der Erste Stadtrat Norbert Fischer einen Überblick über die Entwicklung des ehemaligen Produktionsgeländes inmitten der Stadt: Im Laufe des Jahres 2010 konnten das Nutzungs- & Bebauungskonzept, das Verkehrskonzept, der Durchführungsvertrag zwischen der Stadt Friedrichsdorf und der Ten Brinke Projektentwicklung GmbH sowie der Bebauungsplan und der Vorhaben- & Erschließungsplan von den städtischen Gremien beschlossen werden.

Wie im 2008 aktualisierten Einzelhandelskonzept der Stadt Friedrichsdorf festgesetzt stellt die Umnutzung des Milupa-Areals eine Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs dar, keinesfalls einen Ersatz. Die Nutzungsbereiche „Einkaufen“ und „Wohnen“ umschließen den über 2.300 qm großen Platz. Dieser bildet nicht nur eine hochwertige Freifläche inmitten der Stadt, sondern verbindet auch die Hugenottenstraße und den Bahnhof barrierefrei zu allen Tagszeiten. Während der Öffnungszeiten des Einkaufzentrums können Fußgänger auch den Weg durch die Passage nutzen.

Nicht nur das Fußwegenetz wird verbessert. Auch zahlreiche Straßen und Knotenpunkte in der Innenstadt werden umgebaut, um zeitgemäße Anlagen für den Fuß-, Rad- und Kraftfahrzeugverkehr bereitzustellen. Dies sind vor allem die Wilhelm- und Bahnstraße, das Alte Viadukt und die neue Planstraße zwischen der Professor-Wagner-Straße und dem Alten Viadukt sowie die Knotenpunkte am Bahnhof, Bahnstraße/Wilhelmstraße, Professor-Wagner-Straße/Planstraße, Professor-Wagner-Straße/Cheshamer Straße. Die beiden letztgenannten werden als Kreisverkehre umgebaut.

Bei der großen Anzahl an Vorhaben interessiert es natürlich wann was gebaut wird. Anhand der Bauabschnitte erklärte Fischer, dass ab Mai mit dem Abbruch begonnen wird. Kurz darauf fangen die Arbeiten am Einkaufszentrum an. Als erste Straßenbaumaßnahmen stehen die Kreisverkehre an der Professor-Wagner-Straße und der Cheshamer Straße sowie die Professor-Wagner-Straße selbst an. Der Kreisverkehr an der Professor-Wagner-Straße liegt auf Höhe der Philipp-Reis-Passage. Von hier aus wird die neue Planstraße in Richtung Altes Viadukt verlaufen. [Übersicht Bauabschnitte als PDF]

Ab Anfang 2012 werden die Wilhelmstraße, die Kreuzung Bahnstraße/Wilhelmstraße, die Straße Am Viadukt (zwischen dem Alten Viadukt und dem Bahnhof) und die anschließende Kreuzung Am Viadukt/Planstraße, der Knotenpunkt am Bahnhof sowie die Tiefgarage für das Wohnen und die ersten zwei Wohngebäude gebaut. Ab Mitte 2012 sind die Planstraße, der südliche Abschnitt der Bahnstraße und das Alte Viadukt an der Reihe. Im Oktober 2012 ist die Eröffnung des Einkaufszentrums geplant. Es folgen die weiteren vier Wohngebäude und der zweite Abschnitt der Bahnstraße. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Ende 2014 geplant.

Mit den Worten „Eine starke Innenstadt für Friedrichsdorf – los geht’s!“ schloss Fischer seinen Vortrag.

Das Einkaufszentrum wurde von Bruno Wojatschek, Projektleiter von Ten Brinke vorgestellt. Zu der brennenden Frage „Was kommt?“ konnte Wojatschek berichten, dass bereits 11.896 qm der 12.000 qm Verkaufsfläche (VK) mit langfristigen Mietverträgen (im Schnitt 15 Jahre) vergeben sind. Darunter befinden sich ein REWE-Markt mit über 3.000 qm VK, eine Müller-Drogerie mit über 1.600 qm auf zwei Geschossen, ein Elektronikanbieter auf knapp 3.000 qm, mehrere Textilanbieter, ein Schuhfachmarkt und ein Sportgeschäft.

Ergänzt wird das Angebot durch eine Apotheke, einen Laden für Wohnaccessoires, Gastronomie und Dienstleistungen. Praxis- und Büroräume sind im Obergeschoss vorgesehen. Im Untergeschoss stehen 400 gut erreichbare Parkplätze zur Verfügung. Eine großzügige Rolltreppe führt aus der Tiefgarage auf dem Platz, sodass sie nicht nur das Einkaufszentrum anbindet sondern auch Besucher über den Platz weiter in Richtung Innenstadt führt.

Stefan Messemer stellte im dritten Vortrag die geplante Wohnbebauung der bouwfonds Immobilienentwicklung vor. In den sechs Wohngebäuden entlang der Bahnstraße sollen 75 Wohnungen mit 65 bis 130 qm und barrierefreier Erschließung entstehen. Die solide Kalksandstein-Bauweise wirkt sich günstig auf Schall- und Wärmeschutz aus. Für die Bewohner und ihre Besucher stehen 180 Tiefgaragen-Stellplätze zur Verfügung, die von der Rohrwiesenstraße aus angefahren werden. Die Freiflächen zwischen den Gebäuden werden hochwertig begrünt. Zwischen dem dritten und vierten Gebäude verläuft ein Fußweg, der die Bahnstraße und den Platz verbindet.

Nach diesem reichhaltigen aber kurzweiligen Input hatten nun die Besucher Gelegenheit, an den verschiedenen Info-Stationen ein persönliches Gespräch mit den Fachleuten zu führen und Details zu erfragen. An Station 1 standen Robert Hohmann und Claudia Stete vom Stadtplanungsamt für Fragen zur Bauleitplanung (hierzu gehören der Bebauungsplan und der Vorhaben- und Erschließungsplan) zur Verfügung. An Station 2 präsentierten Bruno Wojatschek von Ten Brinke und die Architekten Alf M. Prasch und Jens Böttcher von nps tchoban voss aus Hamburg die Planung des Einkaufszentrums. Besonderes Interesse weckte hier das große Modell vom Milupa-Gelände mit dem Einkaufszentrum, der Wohn- und der umgebenden Bebauung.

Alle Informationen zur Wohnbebauung erhielten die Besucher eine Station weiter. Hier standen Stefan Messemer und Christian Toop von bouwfonds sowie Jörg Krämer und Markus Helfrich vom Architekturbüro planquadrat aus Darmstadt Rede und Antwort. Direkt daneben erläuterten Uwe Hild und Christine Hübner von der Wirtschaftsförderung das Einzelhandelskonzept.

Großen Andrang gab es an Station 5, wo Reinhard Wegmann (Stadtplanungsamt), Lars Plitt-Geissler (Tiefbauamt) und Prof. Dr. Rüdiger Storost (IMB-Plan, Frankfurt) das Entwicklungskonzept Kernbereich Friedrichsdorf, die verkehrliche Erschließung und die Bauabschnitte vorstellten.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten auch die Gelegenheit an der Stick-Station den Friedrichsdorf-USB-Stick mit dem Stadtentwicklungskonzept und zahlreichen Informationen rund um die Neubebauung des Milupa-Areals zu erwerben oder sich die Daten auf ihren mitgebrachten Stick kopieren zu lassen.

Abb. copyright nps tchoban voss (3) und bouwfonds (2)

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Plenum. Fragen und letzte Ungewissheiten konnten von Burghardt, Fischer, Wojatschek und Messemer beantwortet werden. Hierbei wurde noch einmal deutlich herausgestellt, dass das Einkaufszentrum die Innenstadt ergänzen soll. So verbleibt auch der Wochenmarkt auf dem Landgrafenplatz.

Einige besorgte Fragen galten der Abriss- und Bauphase. Bürgermeister Horst Burghardt und Erster Stadtrat Norbert Fischer machten deutlich, dass es während der dieser Zeit zu Lärm- und Staubbelastungen in der Stadt kommen kann, man diese jedoch so gering wie möglich halten wird. Die Umleitungsstrecken während der verschiedenen Straßenbaumaßnahmen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

„Es wird bei einem Projekt einer solchen Größe und Komplexität immer Probleme geben, so dass der abgestimmte Bauablaufplan nicht bis ins Detail eingehalten werden kann“ so Burghardt. „Aber es arbeiten zwei Partner an dem Projekt, deren beider Ziel es ist, die Friedrichsdorfer Innenstadt als Ort zum Einkaufen, Wohnen und Leben zukunftsfähig zu machen.“

„Wir freuen uns sehr über das große Interesse und die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung“ so Fischer. „Dies haben nicht nur die über 250 Besucher des Stadtgesprächs gezeigt, sondern auch zahlreiche Anfragen bei der Stadtverwaltung im Vorfeld.“

Alle Bürgerinnen und Bürger, die nicht zum Stadtgespräch kommen konnten, finden die Informationen auf dieser Homepage unter Milupa Downloads und natürlich im Stadtplanungsamt. Hier kann in Zimmer 305 auch der Friedrichsdorf-USB-Stick mit dem Stadtentwicklungskonzept und zahlreichen Informationen rund um die Neubebauung des Milupa-Areals erworben oder aktualisiert werden.

Stadt Friedrichsdorf