Bieter: Bouwfonds Immobilienentwicklung GmbH

Kurzbeschreibung des Lösungsvorschlags (Stand September 2014)

 

Gesamtkonzept mit Aussagen zur Konzeptidee

Konzeptbeschreibung

Der Entwurf zur 7ha großen ÖkoSiedlung Papillon von Bouwfonds ist als attraktives, vielfältiges und zukunftsorientieres Quartier konzipiert, das sich unter Beachtung  ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeitskriterien ausgewogen und sensibel in das bestehende Umfeld einfügt.

Es soll zukünftig in städtebaulicher, architektonischer und ökologischer Hinsicht in dieser Region Vorbildfunktion haben und auf diese Weise ein nachhaltiges Alleinstellungsmerkmal erreichen.

Im Mittelpunkt steht der Mensch – der Mensch, der zukunftsorientiert in einer bewusst gestalteten und entwickelten Umwelt leben möchte, die den Bedürfnissen der Bewohner heute und in Zukunft entspricht und zu dem Wohlempfinden, dem positiven Lebensgefühl beiträgt.

Diese selbstverständliche, natürliche, positive Leichtigkeit wird wie zufällig durch den Schmetterling, den Papillon versinnbildlicht, der gestaltgebend für das städtebauliche Konzept „Pate stand“. Dieses Bild des Schmetterling entwickelte sich im Rahmen der Konzeptstudien nahezu selbstverständlich aus den örtlichen Gegebenheiten und dem Baum-/Grünbestand, der aus Sicht des integralen Planungsteams aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen erhalten werden soll.

 

Unter Beachtung der Topografie werden die wichtigen Grünräume im Norden und der Köpperner Wald mit zusammenhängenden Grünzügen vernetzt. In der Mittelzone entsteht die grüne Mitte mit Generationenpark, welche von zwei ovalen Plätzen – den Flügeln – nördlich und südlich gerahmt wird. Mit dem Peterweiler Holzweg kann zudem eine historische Wegebeziehung erhalten und neu inszeniert werden.

Der Ortsrand und damit der Ortseingang von Friedrichsdorf wird durch die nordöstliche Plangebietsgrenze neu definiert und durch markante Gestaltungsmaßnahmen in den Freiflächen hervorgehoben. Durch die Verlagerung des Ortsschilds an diese Position erfolgt zudem eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Homburger Landstraße. Der Straßenbelag wird im Bereich des Ortsschilds und auf Höhe des Petterweiler Holzwegs durch Aufplasterungen gegliedert und durch eine besondere Bepflanzung eingerahmt. Der Situation ist im Lageplan dargestellt.

 

Die Planung der qualitätsvollen und in vielfältigen, unterschiedlichen Wirkungsqualitäten gestalteten Freiflächen sind dem Freiflächenplan sowie den textlichen Erläuterungen der Freiflächenplanung zu entnehmen.

Die integrale Betrachtung von Gebäude und Freiraum, die ineinanderfließende Planung von Landschaftsplanern, Architekten und Ingenieuren sorgt für eine hohe gestalterische Qualität und Funktionalität der Außenräume und somit des Quartiers.

 

Angestrebt wird eine ausgewogene Mischung unterschiedlicher Gebäude- und Wohnungstypen mit großer Flexibilität hinsichtlich Wohnungsgrößen und Nutzer.

Neben den vorgegebenen sozialen Einrichtungen (KITA) sind weitere attraktive Angebote vorgesehen. Die zentrale Verortung der Geschoßwohnungsbauten bildet mit den geplanten Grünzonen und der Wasserfläche als Generationenpark den neuen Mittelpunkt, „das Herzstück“ des neuen Quartiers – den Mittelpunkt des Schmetterlings. Die hier verorteten Geschosswohnungsbauten werden durch die Gestaltung von Dachgärten mit Bäumen als Park auf zwei Ebenen in die Freiraumstruktur eingebunden. Auf diese Weise werden die mehrgeschossigen Wohngebäude subtil in den Mittelpunkt der Planung gestellt, ihnen kommt gezielt eine angemessen prägende Wirkung zu.

Im nördlichen Teil des Plangebietes, in direktem Bezug zu den Streuobstflächen sind eine kleine Anzahl freistehender Einfamilienhäuser sowie Doppelhäuser geplant. Südlich davon gruppieren sich Reihenhäuser und Stadthäuser um einen kleinen Nachbarschaftstreff. Östlich entlang der Homburger Landstraße befinden sich vier Häuserzeilen. In dem westlichsten, dreieckigen Plangebietsteil entstehen terrassierte Mehrfamilienhäuser, die sich in der Größe und der Geschossigkeit der nachbarschaftlichen Bebauung anpassen. Ebenfalls an der Umgebung orientieren sich die Reihenhäuser am westlichen Rand des Plangebietes. Sie erhalten zur Erschließungsstrasse hin einen Kopfbau, der als Stadthaus geplant ist. Im Südwesten entstehen zwei, nach Süden orientierte Wohnhöfe mit unterschiedlichen Wohnformen. Im Süden wird das Gebiet durch zwei Reihenhausreihen abgeschlossen, die auch über kleine Gemeinschaftsflächen verfügen. Insgesamt sind 280 Wohneinheiten geplant.

Die Bebauungsdichte bzw. „Körnigkeit“ der städtebaulichen Struktur nimmt entsprechend von Süden nach Norden – Innenstadt in Richtung Ortsrand und Landschaft – ab.

Die Kita ist am Quartierseingang geplant und passt sich mit ihrer Maßstäblichkeit gut neben der bestehenden Feuerwehr ein. In direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr werden die „Energiezentrale“ sowie die „Mobilitätszentrale“ vorgeschlagen. Von dort wird das gesamte Gebiet energetisch versorgt.

 

Die Vorgaben der ENEV 2014 mit einem Mindeststandard KfW 70 werden unterschritten. Im Zuge der zweiten Entwicklungsphase wurde ein innovatives Energiekonzept ausgearbeitet, das durch die Kombination von regenerativen Energiequellen für diese Anwendung wegweisend ist.

 

Die erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen werden in Form einer Gabionenwand entlang der Homburger Landstraße ausgeführt. Diese ist in den Bereichen der Wohnwege mit einer Aufweitung der vorgelagerten Pflanzfläche und eingesetzten Verglasungen gestaltet und damit in der Linearität der optischen Wirkung zurückgenommen.

 

Die KiTa ist in der Struktur so angelegt, dass sie als Baukörper den Lärmschutz zur Feuerwehr leistet. Zur Quartiersmitte mit Generationenpark und den Geschosswohnungsbauten kann der Lärmschutz durch die Mobilitäts- und Energiezentrale und in südlicher Verlängerung durch einen Wall geleistet werden.

  

Bei der Entwicklung des städtebaulichen Konzeptes wurden die Vorgaben der Stadt hinsichtlich der Einwohnerdichte von 80-100 Einwohnern je Hektar zugrunde gelegt und erfüllt. Aus der Anzahl der Wohneinheiten ergeben sich ca. 2,5 bis 3 Einwohner je Wohneinheit. Die ressourcenschonende, effiziente Erschließung bildet sich auch in dem relativ hohen Nettobaulandanteil von ca. 75% ab (s. Berechnung). Dabei sollen die Straßen, die Lärmschutzwand einschl. der dafür erforderlichen Flächen, der Generationenpark und Spielplatz öffentlich gewidmet werden, damit einerseits eine öffentliche Zugänglichkeit und Nutzung für alle Bürger ermöglicht werden kann und andererseits auch eine dauerhafte Unterhaltung der Infrastruktureinrichtungen gewährleistet wird.     

 

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Stadt Friedrichsdorf