Bietergemeinschaft LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH & Conceptaplan Baubetreuungs- und Vertriebsgesellschaft mbH

Kurzbeschreibung des Lösungsvorschlags (Stand September 2014)

 

Philosophie und Zielsetzung des „Quartiers In den Wiesen“

Das Quartier In den Wiesen steht für nachhaltiges Wohnen:

• naturnah, aber mit hervorragender Infrastruktur und optimaler Verkehrsanbindung,

• in einer attraktiven, lebendigen Nachbarschaft,

• in individuellen, bedarfsgerechten Wohnungen,

• gesund und ressourcensparend.

  

Städtebau

Nachhaltiger Städtebau impliziert einen integrierten Planungsansatz, der alle Aspekte der Projektkonzeption zu einem sozial, ökonomisch und ökologisch ausgewogenen, wertvollen und wertbeständigen Ganzen zusammenbindet. Der städtebauliche Entwurf greift vorhandene Strukturen und Werte auf und integriert diese in die Neugestaltung, so dass die Identität des Ortes erhalten bleibt und zugleich eine neue Wertigkeit geschaffen wird. Die vorhandenen natürlichen Lebensräume bleiben weitgehend erhalten. Die vorhandenen wertvollen Baumbestände bilden als durchgehende, fliesende Grünzüge das Ruckgrat des städtebaulichen Entwurfs und werden durch neue Grünzüge ergänzt.

Zwischen den Grünzügen entwickeln sich Wohnhöfe, die im Inneren um halböffentliche Quartiersplätze gruppiert sind. Der eher städtisch geprägte Mittelpunkt ermöglicht Begegnung und Gemeinschaft, wahrend die privaten Freibereiche zu den Grünzügen orientiert sind, Blick in die Natur und Raum für Intimität und Privatsphäre bieten.

Die Verlagerung der Stellplätze in Tiefgaragen ermöglicht eine weitgehend autofreie Erschließung des Quartiers und einen hohen Grünflachenanteil. Das Erschließungskonzept ist funktional und flächensparend und berücksichtigt gleichzeitig die Erschließungssituation angrenzender Wohngebiete. Es ist wirtschaftlich in Herstellung und Unterhaltung und gleichzeitig von hoher ökologischer Wertigkeit. Fahrzeuge sollen auf möglichst kurzem Weg in die Tiefgaragen gelangen. Darüber hinaus wird ein Netz fußläufiger Durchwegungen entwickelt, die sich zur Quartiersmitte mit der dort vorhandenen sozialen Infrastruktur orientieren.

 

Wohnraumkonzept

Es werden vielfältige Wohnangebote für verschiedenste Zielgruppen geschaffen. Das Konzept der Wohnhofe ist geprägt von kleinen Hausgruppen. Um die gemeinsamen Innenhöfe werden unterschiedliche Gebäude- und Wohnungstypen gruppiert, so dass eine lebendige Nachbarschaft unterschiedlicher Alters- und Nutzergruppen entstehen kann. Die Anlage der Wohnhofe eröffnet auch die Möglichkeit, interessierten Baugruppen eine Plattform für ein gemeinschaftliches generationenübergreifendes Wohnen anbieten zu können. Städtebau, Freianlagenplanung und Architektur sind in einem ganzheitlichen Planungsansatz gleichberechtigt miteinander verknüpft. Durch das Parken in erdüberdeckten Tiefgaragen entstehen oberirdisch große, wertvoll gestaltete Freiflachen: attraktive Hausgarten, Quartiersplatze und Grünanlagen. So entsteht neben dem Zuhause in den eigenen vier Wanden ein Wohnumfeld von hoher Wohn- und Lebensqualität, ein erweitertes Zuhause das eine nachhaltige Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier ermöglicht. Die moderne und anspruchsvolle Architektur hebt sich ab von kurzlebigen modischen Trends und schafft auch in der Gestaltung der Hauser einen bleibenden Wert. Sie verbindet ein modernes, durchdachtes Raumkonzept mit einer attraktiven Außengestaltung. Raumangebot und Grundrissgestaltung sind bedarfsgerecht und von hoher Nutzungsquälitat geprägt. Durch eine hohe Wirtschaftlichkeit wird die Voraussetzung für bezahlbaren Wohnraum für Eigennutzer und Mieter geschaffen. Insgesamt werden 318 Wohneinheiten geplant.

 

Ökologie

Neben den ökologischen Aspekten von Städtebau, Architektur und Freianlagenplanung (Erhalt natürlicher Lebensraume, flächensparender Umgang mit Bauland, geringer Erschließungsflachenanteil und Versiegelungsgrad, hoher Anteil wertvoller Grünflächen etc.) zeichnet sich das Quartier In den Wiesen durch ein sehr ambitioniertes Energiekonzept, eine sehr gute Ökobilanz, die Verwendung gesundheitlich unbedenklicher Baumaterialien, ein nachhaltiges Wassermanagement, ein gesundes Wohn- und Mikroklima und ein anspruchsvolles ökologisches Grünflächenkonzept aus.

Grundlage des Energiekonzepts ist die Minimierung des Energiebedarfs durch eine hochgedämmte und dichte Gebäudehülle im KfW 40 Effizienzhaus-Standard. Der Restwärmebedarf für Heizung und Warmwasserbereitung wird durch eine Hybridkonzeption mit einem hohen Anteil regenerativer Energien gedeckt, so dass eine hohe Einsparung von Primarenergie und CO2-Emissionen erreicht wird.

Der Kern des Versorgungskonzepts ist ein zentral angeordneter ungedämmter Niedertemperatur- bzw. Eisspeicher, dezentral angeordnete thermische Solarkollektoren und ein Blockheizkraftwerk. Über ungedämmte Rohrleitungen werden dezentral angeordnete Wärmepumpen mit Niedertemperaturwärme (ca. 0 – 20°C) versorgt, mit der Warmwasser für die Beheizung und die Warmwasserbereitung bereitgestellt wird. Das niedrige Temperaturniveau im Wärmeverteilnetz ermöglicht eine effektive Nutzung der Solarwärme auch im Winter. Da das Solarangebot wie auch der Energieinhalt des zentralen Speichers in den vier Hauptwintermonaten (November – Februar) nicht ausreicht, um die Wärme bereitzustellen, wird mit Hilfe des BHKW der zentrale Speicher beladen. Gleichzeitig kann durch den Betrieb des BHKW ein Teil des Strombedarfs für die Wärmepumpen bereitgestellt werden. Eine Photovoltaikanlage auf jedem Hausdach stellt zusätzlichen regenerativ erzeugten Strom für die Wärmepumpen und die Gebäude bereit.

Durch den hervorragenden Energiestandard und die Auswahl der Baumaterialien wird eine sehr gute Ökobilanz erreicht. Neben den globalen Umwelteinwirkungen wird auf gesunde Wohnverhältnisse für die Bewohner geachtet. Durch eine gezielte Auswahl gesundheitlich unbedenklicher Baumaterialien sollen Schadstoffbelastungen vermieden werden. Die Raumluftqualität wird durch Messungen in den fertig gestellten Wohnungen und eine Zertifizierung durch das Sentinel-Haus-Institut überprüft und sichergestellt.  

Der Umgang mit Niederschlags- und Brauchwasser zielt darauf ab, die  Trinkwasserressourcen zu schonen und die öffentliche Kanalisation zu entlasten. Darüber hinaus dient das Niederschlagsentwässerungskonzept dem Erhalt der natürlichen Bodenfunktionen und der Forderung eines guten Mikroklimas. Das Grünflächenkonzept greift vorhandene Gewächsstrukturen auf. Natürliche Lebensräume geschützter Arten bleiben weitgehend erhalten. Ein hoher Grünflächenanteil und ein anspruchsvolles Bepflanzungskonzept mit heimischen Pflanzen sorgen für hohe ökologische Qualität der Grünanlagen und ein attraktives Wohnumfeld für die Bewohner.

 

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