Kapitel 1 - Einleitung

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Die Städte und Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland stehen vor den größten Herausforderungen seit der Wiederaufbauphase der 50er Jahre. Scheinbar dauerhafte Finanzprobleme, bevorstehende bevölkerungsstrukturelle Umwälzungen und ein zunehmend interkommunaler Wettbewerb um die Neuansiedlung von Gewerbebetrieben und Einwohnern, sind Probleme und Tendenzen, denen sich auch Friedrichsdorf stellen muss.

Die Stadt Friedrichsdorf ist langfristig in vielen Bereichen kommunalen Handelns einem großen Veränderungsdruck ausgesetzt. Neben den klassisch ökonomischen Standortfaktoren gewinnen immer mehr Faktoren wie Wissen, Innovationsfähigkeit, kulturelle Attraktivität und das städtische kreative Potential an Bedeutung.

Eine zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung wird deshalb in der Zukunft die Förderung eines ausgeglichenen Mix in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Hinsicht sein. Netzwerke des Sozialen und kulturellen Bereichs wie z.B. die Friedrichsdorfer Vereine werden hier in Zukunft eine größere Rolle übernehmen. Zugleich werden durch die Verlagerung von Produktionsstandorten innerstädtische Flächen in zentraler Lage für neue Entwicklungen frei. Diese Situation bietet der Gesamtstadt die Chance einer städtebaulichen, architektonischen und nutzungsbezogenen Neustrukturierung ihres Kernbereiches.

 

Zielsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes

Das Stadtentwicklungskonzept „Stadt 25+ Friedrichsdorf“ gibt allen städtischen Akteuren einen Orientierungsrahmen für die langfristige Entwicklung der Stadt an die Hand.

Das Interesse der Öffentlichkeit an der Umsetzung von Maßnahmen zur zukünftigen Stadtentwicklung wird mit zunehmendem wirtschaftlichen Druck, dem politischen Umbruchsituationen durch die Globalisierung, der ökologischen Krise und vor allem der sich daraus verändernden Lebenssituation vieler Bevölkerungsschichten in der Zukunft voraussichtlich steigen.

Vor diesem Hintergrund bildet ein intelligentes Stadtentwicklungskonzept die wichtigste Grundlage für die politische Steuerung der Entwicklung Friedrichsdorfs. Im Arbeitsprozess konnte die Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft intensiviert und so in der Gesamtstadt konsensfähige Zwischenergebnisse und Visionen für die zukünftige Entwicklung Friedrichsdorfs erzielt werden.

 

Projektstruktur

Im Zeitraum August 2006 bis Dezember 2009 wurde das Stadtentwicklungskonzept „Stadt 25+ Friedrichsdorf“ in intensiver Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft erarbeitet. Es ist eine Handlungsgrundlage für alle städtischen Akteure, die aktiv die Zukunft der Stadt Friedrichsdorf gestalten wollen.

Der Stadtkiosk hat bis heute im Rahmen von 16 Veranstaltungen über diesen Arbeitsprozess und seine Ergebnisse informiert. Bürgerinnen und Bürger konnten an diesen Kioskterminen ihre Anregungen und Wünsche in den Arbeitsprozess einbringen. Zusätzlich gab es zwei große Workshopveranstaltungen und ein Stadtgespräch zum Thema Leitbild.

In der ersten Projektphase wurden soziodemographische, infrastrukturelle, wirtschaftliche, ökologische und planerische Rahmenbedingungen in einer Analyse zusammengefasst. Auf Basis dieser Analyse und in einem interaktiven Arbeitsprozess, wurde 2008 das Leitbild „Friedrichsdorf – Bürgersinn und Toleranz“ formuliert und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. In Folge wurde thematischer Handlungsbedarf lokalisiert und Fachkonzepte erarbeitet. Der gesamte Arbeitsprozess wurde von der Steuerungsgruppe begleitet, in die jede Fraktion des Stadtparlamentes einen Vertreter entsenden konnte.

Das Stadtentwicklungskonzept ist kein statischer Gesamtplan, sondern ein Steuerungsinstrument mit dessen Hilfe strategische Ziel- und Schwerpunktsetzung in der Stadtentwicklung erfolgen werden. Dazu werden in Zukunft räumliche und thematische Schwerpunktgebiete festgelegt, Aufgaben und Handlungsprioritäten gesetzt. Absehbare Probleme sollen dadurch angegangen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, wie z.B. die Entwicklung von Szenarien der Wohnungsmarktentwicklung aufgrund zunehmender Differenzierung der Lebensformen und Haushaltstypen.

Da die Vorhersehbarkeit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung oft überschätzt wird und ein Stadtgefüge von unterschiedlichsten Einflussfaktoren geprägt wird, basiert das Stadtentwicklungskonzept auf einem langfristigen, prozessorientierten Ansatz, um auf die sich ändernden Rahmenbedingungen reagieren zu können. Das Stadtentwicklungskonzept - genauso wie seine Bausteine - soll weiter geschrieben und an sich ändernde Rahmenbedingungen und Wertvorstellungen kontinuierlich angepasst werden, um die Zukunft der Stadt nachhaltig zu sichern.

 

Beschlossen von den Stadtverordneten am 11.02.2010. 

 

Die Bausteine des Stadtentwicklungskonzepts in der Übersicht

Stadt Friedrichsdorf