Stadtbild Friedrichsdorf

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Das Stadtbild beschreibt den gestalterisch-räumlichen Zusammenklang von Straßen, Plätzen, Grünanlagen, Architektur und Landschaft. Die Wahrnehmung unserer gebauten und gestalteten Umwelt wird durch diese Gesamtheit der stadträumlichen, architektonischen und landschaftlichen Bestandteile geprägt. Im Stadtbild spiegelt sich auch das Selbstverständnis der Stadt wider. Es gibt Auskunft darüber wie die Bürgerinnen und Bürger die öffentlichen Räume nutzen können, ob z. B. ein alter Dorfkern als identitätsstiftender Bestandteil der Stadtstruktur begriffen und wertgeschätzt wird und worin sich Friedrichsdorf von anderen Kommunen unterscheidet.

Das Stadtbild ist ein bereits beim ersten Besuch der Stadt wahrnehmbares Aushängeschild und gleichzeitig mehr als ein geschicktes Stadtmarketing, denn es prägt durch die Qualität der städtischen Erlebnisräume die Identität der Gesamtstadt wie auch der Stadtteile.

Die Wertschätzung der Stadt als Lebensraum steigt in Zusammenhang mit gesamtgesellschaftlichen Trends wie einer Individualisierung der Lebensstile. Menschen möchten die Vielfalt der städtischen Angebote und Infrastruktur nutzen und auf kurzen Wegen viel erleben und erledigen. Die räumliche und bauliche Vielseitigkeit von Friedrichsdorf wie z.B. die identitätsstiftenden Dorfkerne, hochwertige Wohngebiete und ein verdichteter Kernbereich sind vor dem Hintergrund dieser Entwicklung eine Stärke von Friedrichsdorf und eignen sich damit als Grundlage einer nachhaltigen Weiterentwicklung.

Ein qualitativ ansprechendes Stadtbild fördert den Widererkennungswert im regionalen Wettbewerb der Kommunen und stärkt die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt nachhaltig.

Handlungsempfehlungen

  • Ein „Friedrichsdorfer Gesicht“

Das Entwicklungskonzept Kernbereich Friedrichsdorf sollte in räumlichen Schwerpunktbereichen planerisch konkretisiert werden, um auf der Ebene des Stadtbildes einen Beitrag zu einer wieder erkennbaren Charakteristik, einem „Friedrichsdorfer Gesicht“ zu leisten. Dabei sollte in Zukunft besondere Aufmerksamkeit auf den Stadtraum gelegt werden.

Der Stadtraum wird durch Häuser, Gebäudegruppen, Mauern, Zäune, Hecken, Bäume, Brücken, Straßen und vieles mehr gebildet. Die Höhenentwicklung und Wahrnehmbarkeit von Gebäuden, Blickbeziehungen zwischen wichtigen Plätzen, gestalteten Straßenräumen und Stadtkanten können im schrittweisen Weiterentwickeln des Kernbereichs zu einem prägnanten „Friedrichsdorfer Gesicht“ beitragen. Identifikationspunkte können gestärkt und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessert werden.

Mit jedem einzelnen Bauvorhaben kann der Stadtraum und damit das Stadtbild weiterentwickelt werden.

  • Bindeglied zwischen Stadt und Region

Der Bahnhof ist ein potentielles Bindeglied zwischen der Stadt Friedrichsdorf und der Region Rhein-Main. In dieser Funktion gilt es, ihn für Einpendler, Kunden und die Bürgerinnen und Bürger stadträumlich und gestalterisch aufzuwerten. Er soll als Stadteingang zu einer positiven Außendarstellung Friedrichsdorfs beitragen und eine regionale Ausstrahlung entwickeln.

  • Stadt und Landschaft

Friedrichsdorf liegt eingebettet in eine attraktive Landschaft. Oftmals ist der Übergang von Stadt zur Landschaft durch Streuobstwiesen gestaltet. Diese hochwertige Kulturlandschaft gilt es zu erhalten und zu pflegen. Das weitere Zusammenwachsen der Siedlungsräume ist durch die Sicherung und Stärkung der Freibereiche zwischen den Stadtteilen zu verhindern. Der in Teilen perforierte Siedlungsrand sollte dazu als klar ablesbare Siedlungskante geschlossen werden.

  • Stadt und Stadtteile

Das übergeordnete Fuß- und Radwegenetz in und zwischen den Stadtteilen sollte in der Gestaltung und baulichen Beschaffenheit durchgängig entwickelt werden, um neben der Vielfalt der Stadtteile auch die Einheit der Gesamtstadt als „Friedrichsdorfer Gesicht“ erlebbar zu machen.

  • Verkehrsraum ist Lebensraum

Verkehrsraum ist Lebensraum und soll ein gleichberechtigtes Nebeneinander der unterschiedlichen Mobilitätsarten durch eine hohe Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität für alle Nutzergruppen fördern. Dazu kann ein städtisch einheitliches Stadtmöblierungskonzept ebenso beitragen wie ein wichtige Räume fokussierendes Beleuchtungskonzept. Verkehr soll nicht mehr nur als Belastung empfunden werden, sondern zur Lebensqualität in der Stadt beitragen und den innerstädtischen Erlebnisraum aufwerten.

  • Privat – öffentlich

Die gebaute Architektur ist neben einer attraktiven Gestaltung der städtischen Erlebnisräume maßgeblich für die Qualität des Stadtbildes verantwortlich. Die Vielfalt unterschiedlicher Bebauungstypologien wie Einzel-, Reihen- oder Mehrfamilienhäuser spiegeln bis in die Unterschiedlichkeit von Fassadengestaltung, Farbigkeit und Materialitäten die individuellen Wohnwünsche ihrer Bauherren wider.

Neben dieser durch die Individualisierung der Lebensstile hervorgerufenen Vielfalt sollte gerade in den neu entstehenden Quartieren immer auch ein eindeutiger Quartierscharakter angestrebt werden. Dieser trägt zu einem gelungenen Quartiersbild bei und hilft, die individuellen Wohnvorstellungen in ein stimmiges Verhältnis zum Ganzen zu setzen. Neben der Architektur gilt dies insbesondere auch für die so genannten Nebenanlagen wie Carports, Garagen, Müllsammelplätze, die das Bild unserer Straßenprägen.

Für die zu entwickelnden Quartiere sollten daher in Zukunft stadtbildbezogene Zielsetzungen formuliert und in einem gemeinsamen Umsetzungsprozess mit den Bauherren weiterverfolgt werden. Es ist zu prüfen, in wieweit die städtebauliche Beratung der Bauherren eine attraktive Weiterentwicklung des Stadtbildes fördert.

Übersichtskarte Stadtbild: Bestand und Konflikte 2009

Übersichtskarte Stadtbild: Ziele 2033

Legende und Erläuterung zu den Übersichtskarten als PDF

Stadt Friedrichsdorf